Kellerexperte

Sauna Keller

Für viele Menschen bedeutet die Sauna der Inbegriff für Entspannung. Um nicht regelmäßig weite Strecken zurücklegen zu müssen, entscheiden sich viele Familien bereits beim Neubau oder im Rahmen einer Renovierung für die Sauna im Keller. Mit der eigenen Sauna kann jeder zu Hause seine verdiente Auszeit inklusive Entspannung genießen, ohne sich um Öffnungszeiten und ähnliches kümmern zu müssen. Rund um die Sauna im Keller müssen ein paar wichtige Punkte beachtet werden, auf die wir in diesem Beitrag näher eingehen möchten.

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Vorteile und Besonderheiten einer Sauna im Keller

Damit ungenutzte Kellerräume nicht länger leer stehen, ist es sinnvoll, im Keller eine Heimsauna zu installieren. Schon in Zeiten der Römer wurden Saunen aufgrund ihrer positiven Wirkungen genutzt. Durch den Heiß-Kalt-Wechsel beim Saunagang werden das Immunsystem und die Abwehrkräfte gestärkt. Mit dem saunieren lassen sich die Risiken von Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung deutlich minimieren Des Weiteren verlangsamt der regelmäßige Saunabesuch die Hautalterung und regen Stoffwechsel sowie die Atmung an, sodass saunieren nicht nur gesundheitsfördernd, sondern sich auch positiv auf das Wohlbefinden und Aussehen auswirkt.

Mit der Sauna im Keller lässt es sich schnell dem Alltag entfliehen, um dem Körper etwas Gutes zu tun. Besonderes Highlight der eigenen Sauna ist neben der Hygiene und der Intimität auch die individuelle Gestaltung der Räumlichkeiten.

Auswahl des idealen Standorts im Keller

Für den optimalen Standort der Sauna im Keller muss nicht nur genügend Platz vorhanden sein. Ebenso wichtig sind Wärmedämmung sowie eine ausreichende Belüftung. Der Kellerraum für die Sauna sollte eine Mindestgröße von 16 qm haben. Für die Sauna selbst werden in der Regel nur 6 bis 8 qm benötigt. Der übrige Platz sollte für Duschen, Abkühlungsmöglichkeiten und einen Ruheraum eingeplant werden. Was in Bezug auf die Kellerräume ebenfalls wichtig ist, erläutern wir im Folgenden.

Vorbereitung des Kellerraums

Bevor es mit dem Saunieren in der Heimsauna losgehen kann, müssen ein paar wichtige Vorbereitungen getroffen werden, um die Voraussetzungen für einen Saunaraum zu schaffen.

Analyse des Kellerraums und möglicher Umbauten

Durch den Betrieb einer Sauna wird sich die Temperatur in den Kellerräumen deutlich erhöhen. Dies führt auch zu einer Veränderung des Raumklimas in den angrenzenden Räumen. Hausbesitzer müssen dabei immer den physikalischen Grundsatz im Hinterkopf haben, dass warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte Luft. Dadurch kann es zu den zwei folgenden Problemen kommen:

  • Schimmel

  • Feuchtigkeit

Bei schlecht gedämmten Kellerwänden kondensiert dort die Feuchtigkeit. Die Bildung von Schimmel wird durch das entstehenden Kondenswasser begünstigt, was im schlimmsten Fall auch die Bausubstanz schädigen kann. Die folgende Auflistung soll zeigen, wie viel Wasser in einem Kellerraum mit einer Größe von 20 m³ gebunden werden kann.

  • Bei 10 Grad Celsius – ca. 190 Gramm Wasser

  • Bei 20 Grad Celsius – ca. 350 Gramm Wasser

  • Bei 25 Grad Celsius – ca. 460 Gramm Wasser

Damit es beim Betrieb der Sauna im Keller nicht zu den erwähnten Problemen kommt, müssen Hausbesitzer nicht nur an eine entsprechende Wärmedämmung, sondern auch an eine ausreichende Belüftung für den Saunaraum denken. Wird dies vernachlässigt, kommt es zu einer Durchfeuchtung der Putzoberfläche. Daraus resultierend entstehen Schimmel- und Fäulnisbildungen, Salzausblühungen und Abplatzungen am Putz.

Eventuell sind Umbauarbeiten nötig, um die baulichen Voraussetzungen zu schaffen. Dazu zählen:

  • Glatter und ebenmäßiger Fußboden, der rutsch- und wasserfest sein muss

  • Als Mindestabstand zu den Wänden gilt – 5 Zentimeter bei Innenwänden und 10 Zentimeter bei Außenwänden

  • Anschlüsse für Strom und Wasser müssen in unmittelbarer Nähe zu finden sein

  • Es muss für eine ausreichende Be- und Entlüftung gesorgt werden

  • Die Tür zum Saunaraum muss nach außen aufgehen, was bedeutet, dass ausreichend Platz vorhanden sein muss

  • In unmittelbarer Nähe sollten sich Duschen und ein Ruheraum befinden

Optimierung von Isolation und Dämmung

Besonders wichtig im Zuge der Isolation ist es, auf eine ausreichende Lüftung zu achten. Ein herkömmlicher Luftentfeuchter ist für eine Sauna nicht ausreichend. Damit es nicht zu Feuchtigkeitsschäden in den Kellerräumen kommt, muss die Feuchtigkeit nicht nur aus den Kellerräumen entfernt werden, sondern auch die Isolation muss den besonderen Bedingungen entsprechen. Aus diesem Grund muss nach jedem Saunagang die warme und feuchte Luft gegen kalte und trockene Außenluft ausgetauscht werden. Dies funktioniert nur durch einen entsprechenden Durchzug. Hierfür sind ausreichend große Fenster oder eine Belüftungsanlage nötig, die den Austausch zwischen Außen- und Raumluft sicherstellen. Eventuell müssen nachträglich Fenster eingebaut werden.

Bei der Wärmedämmung reicht es nicht aus, wenige Zentimeter Dämmmaterial anzubringen. Die Dicke des Dämmstoffs muss im Idealfall von einem Architekten oder Bauingenieur errechnet werden. In der Regel beträgt die Dicke des Dämmstoffs 12 bis 15 cm. Allerdings sollen nicht nur Wände und Decken gedämmt werden, sondern auch der Fußboden benötigt eine entsprechende Wärmedämmung. Mit dem Anbringen einer Dampfsperre im Raum kann das Eindringen von Luft und Feuchtigkeit in die Wärmedämmung verhindert werden. Dies bedeutet, dass die komplette Wärmedämmung ohne Luftzwischenraum. Und ohne Konterlattung lückenlos auf dem Untergrund befestigt werden muss. Beim Fußboden sollte folgendermaßen vorgegangen werden:

  • Auf dem Estrich wird eine Dampfsperr-Folie ausgelegt. Die Nähte werden verklebt und an den Wänden muss die Folie hochgezogen und befestigt werden.

  • Darauf werden mindestens 10 cm dicke Platten aus extrudiertem Polystyrol (Styrodur) verlegt.

  • Als Träger für den Fußbodenbelag werden Gipsfaser-Platten verlegt.

Sicherheitshalber sollten alle Arbeiten rund um Isolierung und Wärmedämmung von einem Fachmann ausgeführt werden.

Einrichtung eines geeigneten Bodenbelags

Als Bodenbelag kann neben Fliesen auch ein normaler Belag für Nassräume verwendet werden. Wichtig dabei ist, dass der Boden wasserfest und gut abgedichtet ist. Bei der Wahl des Bodenbelags ist darauf zu achten, dass dieser rutschfest ist.

Auswahl der Saunaausstattung

Die Saunaausstattung kann beliebig ausgewählt werden, wenn ein paar wichtige Punkte beachtet werden.

Arten von Saunen und Heizsystemen

Für den Keller wird in der Regel zwischen einer Massiv- und einer Elementsauna unterschieden.

  • Elementsauna – Diese besteht aus einer Holzrahmenkonstruktion. Die Dämmung sowie eine Aluminiumfolie sind dabei unter der 15 mm dicken Holzverkleidung untergebracht.

  • Massivholzsauna – Sie besteht aus ca. 45 mm dicken naturgewachsenem Holz  und ist deutlich teurer als eine Elementsauna.

Vielfach wird der richtige Saunaofen von einem Fachmann empfohlen. Hat die Sauna eine Größe von ca. 10 m³ reicht ein Saunaofen mit 7,5 kW vollkommen aus. Ist die Sauna größer, dann sollte ein Ofen mit 9 kW gewählt werden.  

Neben der Ofengröße gibt es noch ein paar weitere Unterschiede, die nicht unwichtig sind. Gemeint ist hier die Ofenart. Es wird unterschieden zwischen

  • Holzofen

  • Elektroofen

  • Gasofen

  • Kombiofen

Je nach Anschluss im Keller können auch andere Öfen verwendet werden. Hier ist der Rat von einem Fachmann einzuholen.

Vor der Entscheidung für einen bestimmten Saunaofen muss geklärt sein, ob dieser nur eine Heizfunktion oder zusätzlich eine Dampfbadfunktion besitzen soll.

Ebenso wichtig ist die Position des Ofens. Im Handel wird unterschieden zwischen Unterbankgeräten, Standofen und Öfen, die an der Wand befestigt werden.

Materialien für Wandverkleidung und Sitzbänke

Um die Sauna ansprechend zu gestalten, ist das richtige Holz von größter Wichtigkeit. Das Holz muss in jedem Fall sehr hart und fest sein. Optimal geeignet sind aufgrund ihrer klimatischen Herkunft Holzarten wie die Nordische Fichte oder die Kanadische Hemlocktanne. Bei den Sitzbänken ist es sinnvoll Holz mit einer geringen Wärmeleitfähigkeit zu verwenden, da die Sitzflächen ansonsten zu heiß werden. Sehr gut geeignet sind hier Pappelholz, Linden-, Abachi- und Espenholz. Wichtig ist, dass das Holz fein strukturiert, optisch ansprechend und splitterfrei ist. Ebenso wichtig ist die Qualität des Holzes. Ein gutes Saunaholz hat wenige Astlöcher und ist speziell für den Einsatz in einer Sauna gekennzeichnet.

Technische Ausstattung wie Steuerungen und Beleuchtung

Mit der Steuerung wird die Temperatur in der Sauna geregelt. Im eigenen Interesse sollte die Steuerung über eine Sicherheitseinrichtung verfügen, die den Saunaofen beim Überschreiten einer bestimmten Temperatur oder nach einer maximalen Zeit automatisch abschaltet.

Im Handel sind für die Steuerung zwei Varianten zu finden:

  • Integrierte Steuerung im Saunaofen

  • Externes Steuergerät

Die im Ofen integrierte Steuerung ist deutlich günstiger, hat aber den Nachteil, dass sie weniger genau funktioniert, da die Sensoren zur Temperaturmessung dicht am Boden der Saunakabine installiert sind. Das externe Steuergerät wird üblicherweise außen neben der Saunatür installiert, während die Sensoren innerhalb der Sauna angebracht sind. Die Temperaturfühler schalten den Ofen ein oder aus und starten bei einer zu hohen Luftfeuchtigkeit automatisch das Belüftungssystem. Auf Wunsch lässt sich das externe Steuergerät mit weiterem Zubehör wie Lautsprechern und einer LED-Beleuchtung verbinden. Bei der Beleuchtung sollte auf direktes und kaltes Licht durch Neonröhren oder einfache Glühbirnen verzichtet werden. Viel angenehmer und harmonischer in Bezug auf Wellness wirken Warmlichtlampen mit einem integrierten Dimmer oder Kerzen.

Installation von Belüftung und Entlüftung

Um die Luftfeuchtigkeit im Kellerraum auf dem richtigen Niveau zu halten, ist die Be- und Entlüftung sehr wichtig. Auf der einen Seite kann so Schimmel verhindert und auf der anderen Seite für das richtige Saunaklima gesorgt werden.

Bei jedem Saunagang muss die Luft etwa sieben- bis achtmal komplett ausgetauscht werden. Dies garantiert den richtigen Wärmefluss sowie den Abzug von Kohlenmonoxid. Sehr beliebt in der Sauna ist eine natürliche Belüftung, welche durch Lüftungsschlitze realisiert werden kann. Dies ist bei der Sauna im Keller jedoch nicht immer möglich. Auch Fenster lassen sich nicht immer nachträglich einbauen. Um dennoch die richtige Lüftung sicherzustellen, muss eine elektrische Be- und Entlüftung installiert werden. Hierzu müssen an der unteren Saunatür Lüftungsschlitze vorhanden sein. Entsprechend der Leistung des Saunaofens kann dahinter ein extra Schlitz bei der Planung vorgesehen werden. Wichtig ist, dass das Belüftungssystem von einem Fachmann installiert wird, denn nur so kann garantiert werden, dass es sich automatisch öffnet und schließt, um einem Wärmestau oder der gefährlichen Zugluft entgegenzuwirken.

Elektrische Installationen und Sicherheit

Für den Saunaofen wird ähnlich wie bei einem Herd in der Küche ein Starkstromanschluss mit 400 Volt benötigt. Aufgrund der größeren Spannung kann der Ofen mehr Leistung bringen. Die normale Steckdose liefert nur 230 Volt. Starkstromanschlüsse dürfen aufgrund der Sicherheit nur von einem Elektriker installiert werden. Dies wird unter anderem in der DIN VDE 0100-703 geregelt.

Sehr kleine Saunen mit einer Größe von 3 bis 5 m³ oder Infrarotkabinen lassen sich auch mit einer herkömmlichen Steckdose betreiben.

Raumgestaltung und Atmosphäre

Für eine behagliche Atmosphäre sorgt eine entsprechende Raumgestaltung. Beliebt sind warme Wandfarben wie zum Beispiel in Orange- oder Rottönen, Naturmaterialien und Pflanzen, die auch mit wenig Licht auskommen. Mit passenden Bildern können die Wände im Keller freundlicher gestaltet werden.

Pflege und Wartung der Sauna

In Bezug auf Hygiene und Langlebigkeit muss die Sauna regelmäßig gepflegt und gewartet werden. Die folgenden Tipps sollen dabei helfen:

  • Um unschöne Schweißflecken auf den Holzsitzen zu vermeiden, ist das ausgiebige Duschen vor dem Saunieren obligatorisch. Des Weiteren sollte stets ein Handtuch auf die Sitzflächen gelegt werden.

  • Nach dem Saunieren muss der Raum ausgiebig gelüftet werden, damit die Luftfeuchtigkeit entweichen kann.

  • Beim Reinigen der Sauna ist es ratsam, von oben nach unten zu arbeiten. Also angefangen von der Decke über die Bänke bis zum Boden.

  • Die Decke und die Wände der Sauna sollten ein-  bis zweimal. Pro Jahr feucht abgewischt werden.

  • Grober Schmutz auf den Saunabänken sollte mit einem weichen und trockenen Tuch entfernt werden. Danach erfolgt eine feuchte Reinigung.  Hartnäckige Flecken können mit feinem Schleifpapier entfernt werden.

  • Der Boden der Sauna wird zuerst mit einem Staubsauger gereinigt und dann feucht aufgewischt.

  • Auf keinen Fall dürfen für die Reinigung Desinfektionsmittel verwendet werden. Zum einen fördert dies Allergien und zum anderen tötet es die guten Bakterien im Saunaholz ab.

Kostenkalkulation und Finanzierung

Die Kosten können nicht pauschal benannt werden. Hausbesitzer, die sich für eine kleinere Einbausauna entscheiden, können meist mit Kosten von rund 2.500 Euro rechnen. Anders dagegen sieht es bei einer größeren Heimsauna für den Keller aus. Hier liegen die Kosten meist bei rund 4.000 Euro und mehr. Bei den genannten Kosten dürfen die Ausgaben für Dämmung und Lüftungssystem nicht vergessen werden.

Finanzieren lässt sich die Sauna im Keller entweder mit Eigenkapital oder mit einem entsprechenden Kredit der Bank.

Fazit zu Sauna im Keller

Wer ausreichend Platz im Keller hat, wird die Sauna bald als persönliches Highlight empfinden, das er nicht mehr missen möchte. Um Schimmelbildung und extreme Feuchtigkeit im Keller zu verhindern, ist es wichtig, dass Hausbesitzer sich intensiv mit dem Thema Dämmung und Lüftung befassen. Es ist in jedem Fall ratsam, sich vor dem Planen und Bauen der Sauna im Keller mit einem Experten auszutauschen, damit der Wellness-Oase im Keller nichts mehr im Wege steht.

Tobias Beuler

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