Kellerexperte

Nachträglich mehr Licht im Keller

Ein Keller ist eine optimale Lösung für mehr Stauraum. Und auch als Gästezimmer, Hobbyraum oder Büro lassen sich Kellerräume sehr gut nutzen. Zumindest dann, wenn der Raum über ausreichend Helligkeit mit bestenfalls natürlichem Tageslicht verfügt. Doch nicht immer wurde beim Hausbau eben dies realisiert und es fehlt an ausreichend Licht im Untergeschoss. Doch es gibt gleich mehrere Möglichkeiten, nachträglich mehr Helligkeit im Keller zu realisieren.

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Warum ist Licht im Keller wichtig?

Schon lange ist das Untergeschoss kein reiner Nutzkeller mehr. Denn immer häufiger wird der Keller zum Wohnraum. Sei es als Büro, Gästezimmer, Hobbyraum oder auch als Souterrain-Wohnung.

Licht ist nicht nur wichtig, um im Zimmer ausreichend sehen zu können. Es sorgt zudem auch für Behaglichkeit, Wohlfühlatmosphäre und wirkt zudem positiv auf die Gesundheit. Umso wichtiger ist es also, auch in Kellerräumen für gute Lichtverhältnisse zu sorgen. Durch praktische Tageslichtlösungen.

Mögliche Lösungen zur Verbesserung der Lichtverhältnisse

Um mehr Tageslicht in den Kellerräumen zu erhalten, gibt es dreierlei Möglichkeiten.

  • Kellerfenster

  • Lichtschächte

  • Lichtfluter

Doch egal, für welche Variante sich entschieden wird, der Einbau sollte stets durch einen Fachmann erfolgen. Denn nur dieser kann einen einwandfreien Einbau ohne unschöne Folgen gewährleisten.

Kellerfenster

Kellerfenster sind, neben Lichtschächten, die wohl klassischste Lösung, um mehr Licht in das Kellergeschoss zu bringen. Wichtig ist hier vor allem die Auswahl des optimalen Fensters. Die Rahmen, die Zargen und auch die Profile des idealen Kellerfensters sind schmal und ermöglichen so eine große Glasfläche und damit einhergehend einen möglichst großen Lichteinfall.

Eigenschaften und Vorteile

  • befindet sich in der senkrechten Kellerwand

  • leichte Reinigung

  • einbruchsicher, da abschließbar und schlagfestes Glas

Sonderform Lichtband

Direkt unterhalb der Kellerdecke durchlaufend montierte Kellerfenster werden als Lichtbänder bezeichnet. Im Vergleich zu einzelnen Kellerfenstern sorgen Lichtbänder für einen äußerst hohen Lichteinfall. Zudem sorgt ein Lichtband für eine aufgelockerte Optik des Gebäudes und wirkt architektonisch anspruchsvoll.

Lichtschächte

Der Kellerschacht bzw. Lichtschacht sorgt nicht nur für frische Luft im Untergeschoss, sondern auch für mehr Licht. Meist werden sie bereits beim Hausbau mit eingeplant und erstellt. Dieser ist jedoch oftmals zu klein, sodass für nachträglich mehr Tageslicht im Untergeschoss der Kellerschacht vergrößert werden muss.

Eigenschaften und Vorteile

  • sorgt für Helligkeit und gutes Licht im Keller

  • erzeugt Luftzirkulation

  • gewährleistet trockenes Mauerwerk

  • wirkt somit Schimmel entgegen

  • aus Beton oder aus Kunststoff erhältlich

  • ausgestattet mit speziellen Abläufen für das Regenwasser

  • Abdeckung wahlweise aus Sicherheitsglas oder als Gitterrost

Extra-Tipp: Die Wände vom Kellerschacht sollten wenn möglich hell gestrichen werden. Denn so wird das Tageslicht von der hellen Farbe reflektiert und sorgt so für noch mehr Helligkeit im Keller.

Sonderlösung für den Lichtschacht: Spiegelsysteme

Ein im Kellerschacht montiertes Spiegelsystem leitet das einfallende Sonnenlicht direkt in den Kellerraum hinein. Wie eine Lichtrutsche. Und sorgt so für größere Helligkeit im Raum, als es mit einem einfachen Lichtschacht der Fall wäre.

Da es sich bei den Spiegelsystemen jedoch stets um eine Maßanforderung handelt, ist diese Sonderlösung für mehr Licht mit entsprechenden Kosten verbunden.

Lichtfluter

Bei einem Lichtfluter handelt es sich um eine nach oben hin schräge Wandkonstruktion, welche in unterschiedlichen Größen erhältlich ist. Durch seine Schräge und die Glasabdeckung ermöglicht der Lichtfluter bzw. die Lichtböschung einen direkten Lichteinfall. Erhältlich ist er als kleiner Lichtfluter mit einer Breite von 1,29 m und als großer Lichtfluter mit 1,75 m als Standardaußenmaß.

Lichthof

Eine weitere Möglichkeit, um mehr Tageslicht beispielsweise in den Wohnkeller zu bringen, ist ein Lichthof. Dabei handelt es sich um einen Schacht von variablen Maßen, welcher bodentief erstellt wird. Er bietet ausreichend Platz, um nicht nur Licht in die Keller-Räumlichkeiten zu bringen, sondern auch für die Bepflanzung oder je nach Größe auch für Möbel. Denn bei einem Einsatz von Türen statt Fenstern in die Kellerwand, kann dieser helle Bereich auch wie eine überdachte Terrasse genutzt werden. Schutz vor Regen bietet beiden Konstruktionen ein flaches Dach aus Glas.

Eigenschaften und Vorteile

  • Kellerwand wird sozusagen „nach außen geklappt“

  • der Lichtfluter besteht aus Betonfertigteilen

  • in zwei Größen erhältlich

  • keine Beeinträchtigung der Energieeffizienz vom Haus, da gleiche Dämmung wie die Außenwände

  • abgedichtet gegen Wasser

  • größtmöglicher Lichteinfall

  • der Raum wird optisch vergrößert

  • kleiner Lichtfluter schafft eine Fenstersims-ähnliche Ablagefläche

Kellerausbau: Problemfall die Wände

Es ist zwar selten, aber dennoch kann es vorkommen, dass in die Kellerwände keine Fenster eingebaut werden können und auch Kellerschächte oder Lichtfluter nicht möglich sind. Was dann? Auch für diesen äußerst seltenen Fall gibt es eine Lösung: Lichtröhren.

Hierbei handelt es sich um spezielle Rohre, welche über eine reflektierende Oberfläche verfügen. Somit kann mithilfe von Lichtröhren fast an jede Stelle im Gebäude Tageslicht gebracht werden. Da diese Konstruktion nicht einfach ist und  zudem natürlich auch Platz für die Lichtaufnahme benötigt wird, bedarf der Einsatz von Lichtröhren unbedingt einer umfassenden Planung durch den Fachmann.

Die Kosten

Ob Kellerfenster, Kellerschacht, Lichtschacht mit Spiegelkonstruktion, Lichtfluter oder Lichtröhre, eines haben sie alle gemein: die Kosten sind stets von mehreren Faktoren abhängig. So zum Beispiel vom Hersteller, vom ausgewählten Modell und natürlich auch vom Material. Auch die Tatsache, wie einfach oder kompliziert der Einbau ist, schlägt sich im Preis nieder.

Kellerfenster

Die Kosten für ein Kellerfenster sind abhängig vom Material der Zarge, vom Öffnungsmechanismus und von der Verglasung. Die Auswahl ist groß und reicht von Holz über Metall bis hin zu Kunststoff für die Zarge und Normalglas oder Sicherheitsglas für die Scheibe. Was den Öffnungsmechanismus betrifft, kann zwischen Festverglasung, Dreh-Kipp-Öffnung oder Gitterflügel entschieden werden. Der Preis kann somit von rund 190,- € bis 525,- € reichen.

Kellerschacht

Was den Lichtschacht betrifft, so ist dieser bereits ab rund 73,- € zu bekommen. Hinzu kommen jedoch die Erd-Aushubarbeiten, die Abdichtung des Schachtes sowie die Kosten für die Lichtschachtabdeckung. Letztere kann, je nach Ausführung, bis zu 140,- € kosten. Nicht zu vergessen: Es muss auch aus der Kellerwand ein Stück entfernt werden, um Platz für ein Fenster und somit für mehr Tageslicht zu schaffen. Der Preis für den nachträglichen Bau eines Kellerschachtes variiert somit. Denn der Arbeitsaufwand ist vorab nur schwer einzuschätzen. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, Angebote der Fachfirmen einzuholen und gründlich zu vergleichen.

Die optimale Wandfarbe

Zwar führt die Wandfarbe nicht zu mehr Tageslicht im Keller, dennoch beeinflusst die Farbe der Keller-Innenwände durchaus die Helligkeit der Räume im Untergeschoss. Hier empfiehlt sich klassisches Weiß, denn dieses reflektiert das einfallende Licht am besten und lässt den Raum somit heller und zudem auch freundlicher erscheinen. Doch auch andere helle Farben sind für den Wandanstrich geeignet. Wichtig zu wissen ist hierbei: je dunkler die Wandfarbe, desto mehr Licht wird absorbiert und desto dunkler erscheint der Raum.

Achtung Landesbauordnungen

Soll ein Kellerausbau vom Nutzkeller zum Wohnkeller vorgenommen werden, so gilt es, die Landesbauordnung zu beachten. Denn diese umfasst zahlreiche Regelungen zur Isolierung, zur Dämmung, zum Brandschutz, zur Leitungsverlegung und auch zum Tageslichteinfall.

Die Inneneinrichtung vom Untergeschoss des Hauses können die Hausbesitzer bzw. Bauherren jedoch völlig selbst bestimmen. Darauf nimmt die Landesbauordnung keinen Einfluss, egal, welche Einrichtungs-Themen gewählt werden.

Last but not least: die richtige Beleuchtung

Tageslicht ist äußerst wichtig. Doch irgendwann geht überall die Sonne unter und es fällt kein Tageslicht mehr in den Keller. Es ist dann an der Zeit, das Licht einzuschalten. Für eine heimelige Wohnfühlatmosphäre auch in den Abendstunden, sollten ausschließlich hochwertige Lichtquellen verwendet werden. Hier gibt es gleich dreierlei Möglichkeiten: Normales Deckenlicht, Hintergrundbeleuchtung und Akzentlicht.

Für normales Deckenlicht wird eine Lampe an der Decke montiert. Wichtig ist hier ein Leuchtmittel mit guter Helligkeit, schließlich soll der ganze Raum gut ausgeleuchtet sein.

Mit der Hintergrundbeleuchtung erstrahlt der gesamte Raum breitflächig in einem ausgewählten Lichtton. Bei den meisten Varianten dieser indirekten Beleuchtung wird keinerlei Schattenwurf generiert, sodass die Räume komfortabler und heller wirken. Ein kleiner Nachteil der Hintergrundbeleuchtung ist jedoch, dass die Helligkeit auch etwas zu dunkel sein kann. Um dies zu vermeiden, empfiehlt sich die zusätzliche Installation von Deckenlampen.

Das Akzentlicht sorgt für kleine Highlights und bringt mehr Leben in die Struktur des Kellers. Ob Bild oder Möbelstück, mit Akzentbeleuchtung lässt sich vieles gekonnt in Szene setzen.

Unser Fazit

Bestmögliche Lichtverhältnisse im Keller sind äußerst wichtig. Vor allem dann, wenn das Untergeschoss nicht nur als Nutz- und Lagerkeller genutzt wird, sondern auch als Wohnraum. Schließlich sorgen Helligkeit und natürliches Licht nicht nur für gute Sicht, sondern auch für Wohlbefinden, eine gute Gesundheit und Behaglichkeit.

Für möglichst gute Lichtverhältnisse im Untergeschoss stehen Kellerfenster, Keller- bzw. Lichtschächte und auch Lichtfluter zur Auswahl. Welche Variante für das Gebäude und die Untergeschoss-Nutzung die Beste ist, obliegt vor allem den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben des Bauherrn. Hier muss unbedingt vorausschauend gedacht werden, was die Nutzung der Kellerräume und die dafür notwendigen Lichtverhältnisse betrifft.

Tobias Beuler

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