Kellerexperte

Kellerdecke

Geht es um die Wärmedämmung, so wird der Keller dabei meist unterschätzt. Dabei ist gerade dieser oftmals ein unentdecktes Wärmeleck, über welches bis zu 10 Prozent an Heizenergie verloren geht. Das Dämmen der Kellerdecke ist somit eine äußerst wirkungsvolle Maßnahme und dabei auch noch schnell umsetzbar und vergleichsweise günstig.

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Dämmung der Kellerdecke – Funktionen und Einfluss auf das Raumklima

Gesetzlich vorgeschrieben ist das Dämmen der Kellerdecke nicht. Jedoch sorgt eine ungedämmte Kellerdecke für hohe Energie- und Wärmeverluste. Denn durch die fehlende Dämmung kann die Heizwärme aus den darüber liegenden Räumen durch den Keller entweichen. Somit ist die Kellerdeckendämmung eine äußerst sinnvolle Investition. Nicht nur aufgrund des hohen Energiesparpotenzials, sondern auch aufgrund ihrer günstigen Kosten.

Und nicht nur das. Die darüber liegenden Wohnräume erhalten durch ein umfassendes Dämmen der Kellerdecke ein völlig neues und sehr behagliches Wohnklima.

Eine gut gedämmte Kellerdecke reduziert den Wärmeenergieverlust um mehr als 50 Prozent und spart somit langfristig Geld.

Kellerdecke dämmen, Vorteile und Nachteile

Die Dämmung der Kellerdecke hat zahlreiche Vorteile, jedoch auch einige Nachteile, über welche sich Bauherren und Hausbesitzer im Klaren sein müssen.

Die Vorteile

  • niedrige Kosten

  • einfache Umsetzung

  • Fußboden im Erdgeschoss des Hauses wird spürbar wärmer

  • verbessertes Raumklima

  • Heizenergieeinsparung

Die Nachteile

  • Temperaturen im Keller werden niedriger

  • Höhe des Kellerraumes verringert sich

  • Neuinstallation der Deckenbeleuchtung erforderlich

Wichtig zu wissen ist zudem, dass die Kellerwände vor der Kellerdeckendämmung absolut trocken sein müssen. Andernfalls kann es zu Wärmebrücken, Feuchtigkeit und infolgedessen zu Schimmel kommen.

Materialien zum Kellerdecke dämmen: Auswahl und Eigenschaften

Für die Kellerdeckendämmung stehen verschiedene Materialien zur Auswahl. Dabei handelt es sich stets um Dämmplatten mit variierenden Materialien. Lediglich die Einblasdämmung kommt ohne Dämmplatten aus. Dafür bedarf es für diese besondere Dämmung einer Lattenkonstruktion oder Freiräume, in welche das Dämmmaterial eingeblasen werden kann.

Dämmplatten und Co. – Verschiedene Materialoptionen für Kellerdecken

Für die Dämmung der Decke im Keller stehen verschiedene Materialien, meist in Form von Platten, zur Auswahl:

  • Hartschaumplatte

  • Steinwolle/Glaswolle

  • Zellulosedämmung

  • ökologische Dämmstoffe

Beim Dämmstoff gilt: je dicker, desto besser. Eine Dicke von 10 mm sollte für ein zufriedenstellendes Ergebnis nicht unterschritten werden.

Hartschaumplatte

Bei der Hartschaumplatte handelt es sich um eine Platte aus Polystyrol mit hohem Dämmwert. Diese Dämmplatten sind besonders für Räume mit geringer Deckenhöhe geeignet. Die Polystyrol-Platte ist entflammbar, weshalb sie sowohl in Fluren als auch in Heizungsräumen nicht zulässig ist.

Steinwolle oder Glaswolle

Mineralische Faserplatten aus Mineralwolle oder Glaswolle verfügen über einen guten Dämmwert. Sie sind unbeschichtet und beschichtet erhältlich und da sie nicht brennbar sind, für alle Räume geeignet. Mineralwoll-Dämmplatten sind besonders reißfest.

Zellulosedämmung

Für die Dämmung der Kellerdecke mit Zellulose bedarf es einer Lattenkonstruktion, in welche die Zellulose eingeblasen wird. Die Zellulose verfügt über einen guten Dämmwert, ist jedoch nicht brandschutzsicher. Aus diesem Grund darf sie ausschließlich in Kellerräumen ohne vorhandener Heizungsanlage verwendet werden.

Die Herstellung von Zellulosedämmung erfolgt aus Altpapier, wodurch die Dämmung diffusionsoffen ist. Deshalb kann sie nur in absolut trockenen Räumen verwendet werden. Bei der Zellulosedämmung handelt es sich um die nachhaltigste Art der Dämmung.

Ökologische Dämmstoffe

Auch diverse ökologische Dämmstoffe stehen für die Kellerdeckendämmung zur Verfügung. So beispielsweise aus Schafwolle, Kokosfasern, Holzfasern oder auch Holzwolle.

Ökologische Dämmstoffe verfügen nur über einen niedrigen Dämmwert, sind dafür jedoch zu 100 Prozent nachhaltig und natürlich. Hinzu kommt, dass diese Dämmstoffe normal entflammbar oder sogar schwer entflammbar sind.

Kellerdeckendämmung – Die Kosten

Die Dämmung der Kellerdecke ist durch die Heizenergieeinsparung definitiv rentabel und sollte keinesfalls ausgelassen werden. Was die Kosten betrifft, so müssen Hausbesitzer mit 18,- bis 30,- Euro je Quadratmeter rechnen. Unabhängig davon, ob es sich um eine Einblasdämmung oder eine Kellerdeckendämmung von unten handelt.

Sind die Kellerräume bereits sehr niedrig, empfiehlt sich das Kellerdecke dämmen von oben. Doch dies zwar kostspieliger, jedoch behalten die Kellerräume ihre ursprüngliche Höhe. Eine solche Kellerdeckendämmung schlägt mit 50,-bis 150,- Euro je Quadratmeter zu Buche. Der notwendige neue Bodenbelag ist bei diesem Preis jedoch bereits mit einkalkuliert.

Ob nun die Kellerdecke von unterhalb oder von oberhalb gedämmt wird, die Quadratmeterpreise können durchaus variieren. Dies schlichtweg aufgrund von sich verändernden Materialkosten. So kostet ein dickerer Dämmstoff mehr als ein dünner. Und auch regional unterscheiden sich die Preise mitunter stark. Ist die Kellerdecke zudem nur schwer zugänglich, beispielsweise durch dort verlaufende Rohre, oder verfügt sie über eine besondere Form wie beispielsweise eine Gewölbedecke, können sich die Dämmkosten zusätzlich erhöhen.

Durch Zuschüsse und einen zinsgünstigen Kredit können die Kosten für die Kellerdeckendämmung durchaus reduziert werden. Hinzu kommt, dass die Handwerker-Kosten steuerlich geltend gemacht werden können. Und natürlich rentiert sich das Kellerdecke dämmen auch langfristig durch eine nachhaltige Reduzierung der Heizkosten.

Mögliche Förderungen

Die Kosten für das Kellerdecke dämmen können als Maßnahme einer Sanierung durch etwaige Förderungen reduziert werden. Um Fördermittel zu erhalten, gilt es jedoch, anstelle des gesetzlich vorgeschriebenen U-Wertes (0,30 W/m²K) einen niedrigeren U-Wert von 0,25 W/m²K zu erreichen.

Die Fördermittel müssen unbedingt noch vor der Beauftragung einer Handwerksfirma beantragt werden. Zudem ist ein Energieeffizienz-Experte hinzuzuziehen, wenn eine Förderung beantragt werden möchte.

Wichtig zu wissen: Hauseigentümer müssen sich zwischen einer Förderung und der steuerlichen Absetzbarkeit der Dämmkosten entscheiden. Eine Kombination von beidem ist nicht möglich.

Die Förderungs-Arten

  • BAFA-Zuschuss

  • KfW-Kredit

Beim BAFA-Zuschuss handelt es sich um eine Einzelmaßnahme des BEG EM. Um diesen Zuschuss zu erhalten, müssen die Kosten der Sanierungsmaßnahmen mindestens 2.000,- Euro betragen. Gefördert werden 15 Prozent der förderfähigen Sanierungskosten. Ist die Kellerdeckendämmung im iSFP, also dem individuellen Sanierungsfahrplan enthalten, gibt es 5 Prozent zusätzlichen Förderbonus.

Der KfW-Kredit ist ein Förderkredit, welcher von der KfW-Bank für Sanierungen zum Effizienzhaus vergeben wird. Im Bezug auf die Dämmung der Kellerdecke gilt kann der KfW-Kredit beantragt werden, wenn das Gebäude vollumfänglich energetisch saniert wird und die Anforderungen für ein Effizienzhaus Denkmal oder Effizienzhaus 85 erfüllt werden. Die Beantragung kann als Förderkredit mit Tilgungszuschuss über das KfW-Förderprogramm “Wohngebäude Kredit 261” erfolgen.

Die Förderung über den KfW-Kredit beträgt 150.000,- Euro pro Effizienzhaus-Wohneinheit. Zusätzlich gibt es mindestens 5 bzw. maximal 25 Prozent Tilgungszuschuss.

Kellerdeckendämmung – Planung und Vorbereitung

Als Erstes gilt es zu entscheiden, welche Stärke die Dämmung der Kellerdecke haben soll. Hier kommt es vor allem darauf an, wie die Kellerdecke konstruiert ist und natürlich auch auf das ausgewählte Material für die Dämmung.

In der Regel beträgt die Stärke einer Dämmung von unten zwischen 8 und 12 Zentimeter. Hier gilt, je dicker das Dämmmaterial, desto besser die Dämmung. Und damit einhergehend, desto höher die Einsparung bei den Heizkosten.

Bei der Dämmung der Kellerdecke von oben ist der Dämmstoff in der Regel 5 Zentimeter dick.

Wichtig ist stets, dass die Funktionalität aller Türen, Fenster und auch Treppen uneingeschränkt bestehen bleiben muss.

Niedrige Raumhöhe, dies gilt es zu beachten

Auch wenn das Dämmen einer Kellerdecke in der Regel einfach ist, so stellt eine niedrige Kellerraumhöhe Hauseigentümer durchaus eine Herausforderung. Gilt es hier doch einige wichtige Entscheidungen zu treffen.

Raumhöhe einbüßen? Dünnen Dämmstoff wählen? Einblasdämmung? Oder doch eine teure Aufbodendämmung, also eine Kellerbodendämmung unter dem Erdgeschossfußbodenbelag durchführen?

Fällt die Entscheidung auf eine besonders dünne Dämmung, muss unbedingt auf einen sehr hohen Dämmwert des Materials geachtet werden. Nur so geht möglichst wenig Raumhöhe verloren, ohne auf eine gute Dämmung verzichten zu müssen. Wichtig ist zudem, unbedingt auf die Brandschutzanforderungen zu achten. Nicht jedes dünne Dämmmaterial ist für jeden Raum geeignet.

Verfügt die Kellerdecke über eine Konstruktion aus Holzbalken, ist eine Einblasdämmung eine gute Wahl. Hier wird die Deckenkonstruktion an wenigen Stellen geöffnet und anschließend der Flocken-Dämmstoff eingeblasen. So werden freie Zwischenräume wärmedämmend aufgefüllt.

Eine Dämmung von Kellerdecken von oben wird in der Regel nur dann empfohlen, wenn die Deckenhöhe im Kellergeschoss besonders niedrig ist. Bei der Dämmung von oben muss unbedingt bedacht werden, dass dabei der Fußboden im Erdgeschoss entfernt und anschließend wieder neu aufgebracht werden muss. Dadurch entstehen nicht nur Mehrkosten, sondern diese Dämm-Variante ist auch weitaus aufwendiger.

Bauvorschriften und Standards für Kellerdecken

Eine gesetzliche Regelung hinsichtlich der Kellerdeckendämmung gibt es nicht. Beim Neubau eines Hauses sollte eine professionelle Kellerdeckendämmung jedoch schon allein aufgrund des GEG selbstverständlich sein. Schließlich lässt sich durch eine gut gedämmte Decke im Keller Energie sparen. Und warme Füße im Erdgeschoss gibt es gleich noch mit dazu.

Nicht nur bei Neubauten, auch bei Bestandsbauten gibt es keine gesetzlichen Regelungen gemäß GEG in Bezug auf die Kellerdeckendämmung. Doch Achtung, sowohl bei einer geplanten Kellerdecken-Isolierung als auch bei einer Kellersanierung darf ein U-Wert von 0,30 W/m²K laut Vorgabe des GEG nicht überschritten werden.

Kellerdecke selber dämmen, eine Kurzanleitung

Die Kellerdeckendämmung von unten kann von Hausbesitzern durchaus selbst ausgeführt werden. Jedoch bedarf es dafür natürlich etwas handwerklichen Geschicks.

In der Regel werden die Dämmplatten mithilfe von Kleber, Dübeln, Klemmen oder Mörtel an der Kellerdecke befestigt. Wichtig dabei ist, die Kellerdeckendämmung ohne Fugen und Hohlräume anzubringen.

Für das Dämmen der Kellerdecke bedarf es nur weniger Schritte.

Schritt 1 – Im ersten Schritt gilt es festzustellen, ob die Kellerdecke fest, tragfähig und absolut trocken ist. Schmutz und Farbreste werden mit einem Staubsauger oder einem Besen entfernt und etwaige Löcher und Risse in der Decke gründlich verspachtelt.

Schritt 2 – Nun geht es daran, die Raumdecke, wenn nötig, vorzubehandeln. Ob dies wirklich notwendig ist, lässt sich einfach feststellen, indem mit der Hand über die Decke gestrichen wird. Bleiben Kalk oder Farbreste an der Handfläche hängen, bedarf es einer Grundierung. Handelt es sich jedoch nicht um einzelne Partikel, sondern platzen Farbe oder Putz von der Kellerdecke ab, muss diese vorab mit einer Stahlbürste behandelt und anschließend Haft- und Tiefengrund aufgebracht werden. Dies ist wichtig, da etwaige Unebenheiten und somit ein nicht gleichmäßiger Untergrund die Haftung der Dämmplatte an den Decken verschlechtert.

Schritt 3 – In diesem Schritt werden an der Decke verlaufende Rohre gedämmt. Ist nach der Rohrdämmung an diesen Stellen noch Platz zur Kellerdecke hin, können hier passend zugeschnittene, dünnere Dämmplatten zusätzlich zur Rohrdämmung angebracht werden.

Schritt 4 – Jetzt werden die Dämmplatten vollflächig auf die gesamte Deckenfläche geklebt. Dafür werden die einzelnen Platten mit Kleber bestrichen und anschließend an der Decke fest angedrückt. Am besten eignet sich für das Andrücken ein sauberes Reibebrett. Nach der ersten Reihe wird die folgende Reihe versetzt angebracht. Es muss dabei unbedingt darauf geachtet werden, fugendicht zu verkleben. Nur so werden Wärmebrücken vermieden.

Hinweis: Leichtgewichtige Dämmplatten lassen sich einfach an die Decke kleben und werden dabei mit speziell dafür geeignetem Montagekleber angebracht. Schwere Platten hingegen bedürfen der Befestigung mittels Betonschrauben oder Dübeln. Handelt es sich um nicht tragfähige Kellerdecken, werden ebenfalls Dübel verwendet.

Schritt 5 – Im vorletzten Schritt geht es an die Dämmung der Ränder. Dafür werden Reststücke passend zugeschnitten und eingepasst.

Schritt 6 – Zu guter Letzt geht es an das Verputzen der Kellerdecke beziehungsweise an den Anstrich. Manche Dämmplatten-Modelle verfügen bereits über eine weiße Beschichtung, sodass das Verputzen wegfallen kann.

Fazit zur Kellerdecke

Eine gut gedämmte Kellerdecke sorgt nicht nur für warme Füße und somit erhöhten Wohnkomfort, sondern reduziert zugleich auch die Energiekosten. Die Dämmung der Raumdecken im Keller ist mittels Dämmplatten oder Einblasdämmung einfach und kostengünstig umzusetzen.

Tobias Beuler

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