schwarze Wanne / weiße Wanne

Schwarze Wanne & weiße Wanne – leicht erklärt

Schwarze Wanne & weiße Wanne – leicht erklärt

 

Kellerexperte erklärt den Unterschied zwischen weißer Wanne und schwarzer Wanne

 

Weiße und schwarze Wanne – zwei Prinzipien zur Abdichtung des Kellers / Fertigkellers

 

Früher beziehungsweise bis zu den 1960er Jahren wurden Keller überwiegend nur als klassisches Vorratslager für Lebensmittel oder Kohlen benötigt. Da machte man sich wenig Gedanken über Abdichtungsmaßnahmen. Feuchte, nasse oder mit Schimmel befallene und muffig riechende Kellerräume gehörten damals zur Normalität. Heute wird ein Untergeschoss nicht nur zur Vorratshaltung genutzt, sondern es befinden sich teilweise auch Hobbyraum, Büro oder sogar eine Einliegerwohnung darin. Schon aus diesen Gründen heraus wäre es fatal, wenn Feuchtigkeit und Nässe durch Wände oder Bodenplatte in das Innere des Kellers / Fertigkellers eindringen würden.

Deshalb wird beim Bau eines Hauses auch der Kellerbau gründlich geplant. Dass die Wände sowie die Bodenplatte des Kellers mit dem Erdreich, das immer einen gewissen Feuchtigkeitsgrad aufweist, in Kontakt kommen, steht außer Frage. Da ist es sehr wichtig, die Außenwände des Kellergeschosses so zu verdichten, dass die Abdichtung absolut dicht und lückenlos ist. Nur so kann dem Eintritt von Wasser vorgebeugt werden. Zwei Abdichtungssysteme die dafür eingesetzt werden, sind die sogenannte „Schwarze Wanne“ und die „Weiße Wanne“.

 

Die „Schwarze Wanne“ – was ist das?

 

Ganz gleich, ob die Kellerwände aus Ziegeln, Poren- oder Leichtbeton, Kalksandstein oder Beton gemauert wurden, eine Abdichtung der Außenseite des Kellergeschosses sollten Bauherren unbedingt vornehmen. Aber auch die Bodenplatte unterhalb des Kellers ist miteinzubeziehen. Zum Einsatz kommt Bitumen inform von Bitumendickbeschichtung oder Bitumenbahnen. Aber auch Teer wird teilweise noch verwendet. Bei Bitumen, auch unter Erdpech bekannt, handelt es sich um ein Produkt, das aus Erdöl gewonnen wird.

 

Unbedingt ein Bodengutachten machen!

 

Doch zuvor ist eine Analyse der Wasserzufuhr und der Böden, die auf das Bauwerk einwirken, auf alle Fälle vorzunehmen. Das heißt, Sie sollten unbedingt ein Bodengutachten beauftragen. Wer hier sparen möchte und noch einen Tipp braucht, kann mir gerne eine e-Mail schreiben.

Da das eingesetzte Abdichtigungsmaterial für den Keller / Fertigkeller schwarz ist, spricht man von einer schwarzen Wanne. Die entstandene Dichtungshaut muss bei der schwarzen Abdichtungsmethode der DIN 18195 „Bauwerksabdichtungen“ entsprechen. Nur so wird die Funktionalität bei angreifendem Wasser durch drückendes Grund- oder Hangwasser auf Ihren Keller gewährleistet. Nach dieser DIN besteht für die Lastfälle „nicht stauendes Sickerwasser“ und „Bodenfeuchtigkeit“ die Möglichkeit der Bitumendickbeschichtung. Wenn es sich um Ton- oder Lehmboden handelt, ist um den Keller / Fertigkeller noch eine zusätzliche Drainage einzubringen.

 

schwarze Wanne / weiße Wanne

Schwarze Wanne – bei einer Kellerabnahme in Freiburg

 

Bitumenbahnen können für alle Lastfälle beim Kellerbau eingesetzt werden, müssen jedoch heiß verklebt werden. Eine Lebensdauer von circa 30 Jahren kann aber nur erreicht werden, wenn die Bitumenaußenhaut nicht beschädigt wird. Um dies zu garantieren, sollte zusätzlich eine Noppenfolie als Anfüllschutz verwendet werden.
Das ist übrigens ein Grund, warum Kellerexperte für Fertigkeller unbedingt die weiße Wanne empfiehlt. Einerseits gibt es bei der schwarzen Wanne nämlich das Risiko, dass die Bitumen während der Bauphase beschädigt werden und andererseits soll die Lebensdauer, wie oben geschrieben, bei 30 Jahren liegen, was mir persönlich zu wenig ist.
schwarze Wanne / Risiko

Risiko schwarze Wanne

 

Die “Weiße Wanne” – was ist darunter zu verstehen?

 

Bei der weißen Wanne handelt es sich um eine Abdichtungsform der Wände und des Kellerbodens aus WU-Beton (wasserundurchlässig). Diese Wanne verfügt über einen hohen Widerstand gegenüber Eindringen von Wasser.

 

Je nach Wasserdruck sind nicht nur die Dehn- und Arbeitsfugen mit Fugendichtungen zu versehen, sondern auch die rechnerische Begrenzung der Stahlbeton-Rissbreite (maximal 0,2 Millimeter) ist zu beachten. Eine zusätzliche äußere Abdichtung benötigt die weiße Wanne, im Gegensatz zur schwarzen Wanne, dank der Konstruktion aber nicht. Daher der Namen „Weiße Wanne“. Schwarzer Teer oder schwarze Bitumen sind nicht nötig.

Ganz gleich, ob diese Wanne als vorgefertigter Stahlbetonkeller eingesetzt oder vor Ort geschalt und gegossen wird, Präzisionsarbeit ist bei beiden Varianten erforderlich.

 

Vorteil Fertigkeller bei weißer Wanne

 

Wird die weiße Wanne vor Ort gegossen, muss die Schalung ganz exakt errichtet werden. Darum bin ich kein Fan von Ortbeton-Kellern. Oft laufen am Keller Betonnasen herunter und ständig sieht man die Übergange und Schalungsabdrücke. Dies gilt auch für die Anbringung der Dichtungsbänder und der Armierung.
Das schöne bei Fertigkellern ist: Die Fertigteile werden industriell vorgefertigt und man hat glatten Sichtbeton, den man nur noch streichen muss / kann. Aufwendiges verputzen kann man sich sparen.
Fertigkeller weiße Wanne

Weiße Wanne Fertigkellerabnahme bei Hannover – sauberer geht es nicht

 

Gegossen wird wasserundurchlässiger Beton, der sogenannte WU-Beton, meist geschosshoch. Das Resultat ist ein Keller, der hermetisch abgeschlossen ist und der den Austausch von Wasser von innen nach außen und von außen nach innen verhindert. Die Lebensdauer bzw. die Dichtigkeit wird hier mit 80 Jahren angegeben. Damit ist der Fall für mich klar. Ich würde immer auf Qualität setzen und einen Fertigkeller als weiße Wanne bauen.

 

Zusammenfassung weiße Wanne / schwarze Wanne

 

Einer der wichtigsten Faktoren beim Bau eines Kellers ist das Verhindern von Feuchtigkeit und Nässe im Innern desselben. Hierfür stehen unter anderem die beiden hier vorgestellten Abdichtungsprinzipien schwarze Wanne und weiße Wanne zur Verfügung. Da die weiße Variante aus WU-Beton mit einem hohen Wassereindringungsgrad als geschlossene Wanne (Bodenplatte und Außenwände) gegossen wird, kann auch stehendes Grundwasser in den Fertigkeller nicht eindringen.

Bei der schwarzen Variante schützen die Außenwände ohne Abdichtung nicht vor dem Eindringen von Wasser. Deshalb müssen sie mit einer speziellen Dichtungshaut versiegelt werden. Diese besteht aus Abdichtungsbahnen aus Bitumen beziehungsweise Kunststoff oder wasserdichtem Bitumenanstrich. Nur ein fachgerecht abgedichtetes Kellergeschoss sorgt dafür, dass sein Inneres auf Dauer weder Feuchtigkeit noch Nässe oder Schimmel aufweist und trocken bleibt.
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