Kosten: Keller oder Bodenplatte?

Kosten: Keller oder Bodenplatte?

 

Viele Bauherren stellen sich die Frage, ob ein Keller in ihrem Bauvorhaben sinnvoll ist. Wiegt der zusätzliche Raum die vermeintlichen Mehrkosten auf? Ist eine Bodenplatte vielleicht zweckmäßiger?

 

Vor- und Nachteile abwägen

 

Auf jeden Fall sollten Sie sorgfältig abwägen – die Entscheidung für oder gegen einen Keller ist endgültig und im Nachhinein nicht mehr zu ändern.

Ein Keller ist heutzutage kein dunkles, muffiges Loch mehr. Ganz im Gegenteil ermöglicht die neuste Technik trockene, gut beleuchtete, moderne Räume, in denen man sich gerne aufhält. Grundsätzlich ist unterirdisch jede Raumnutzung denkbar, die auch überirdisch in Frage kommt. Dabei ergeben sich zahllose Möglichkeiten: klassische Nutzkeller für Haustechnik und Lagerräume, Wohnkeller mit Hobbyräumen oder einer Einliegerwohnung, Büros, die eigene Praxis oder sogar eine Wellness-Oase – Ihre Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.

Es gibt jedoch gute Argumente, sich gegen einen Keller und für die Bodenplatte zu entscheiden. In Regionen mit niedrigen Grundstückspreisen tut man gegebenenfalls besser daran, auf größerer Grundfläche zu bauen und sich die Unterkellerung zu sparen. Im Hinblick auf ein langes Leben im Eigenheim oder barrierefreies Bauen bietet sich ein komplett ebenerdiger Bau ohne Untergeschoss als praktische Möglichkeit an, Treppen zu vermeiden. Auch in Gegenden mit sumpfigem oder felsigem Boden oder hohem Grundwasserspiegel, der den Kellerbau verteuert, ist eine Bodenplatte eine gute Wahl, so lange das Grundstück genügend Platz bietet, um im Haus Kellerersatzräume zu schaffen.

 

Bauzeit bei Fertigkeller und Bodenplatte kurz

 

Mit ein bis zwei Tagen Vorbereitung und einem Gusstag ist eine Bodenplatte etwas schneller installiert als ein Keller – für einen Fertigkeller muss man aber auch nur mit drei bis fünf Tagen Bauzeit rechnen.

Wünschen Sie sich jedoch zusätzlichen Platz, bauen auf einem kleineren Grundstück oder in Hanglage ist ein Keller die erste Wahl. Bei einem abschüssigen Grundstück ermöglicht ein Keller ein halboffenes Untergeschoss mit direktem Lichteinfall, in dem Sie wohnliche Räume einrichten können.

Auf den ersten Blick mögen die Kosten für einen Keller sehr hoch erscheinen, zumeist betragen sie jedoch nur 10 % der Baukosten für ein zusätzliches, vollwertiges Geschoss. Lediglich bei schwieriger Beschaffenheit des Bodens, drückendem Wasser oder besonders ausgefallenen Wünschen fallen die Kosten höher aus. Somit erhalten Sie beim Bau eines Kellers in einem typischen Einfamilienhaus für rund 10 % der Kosten etwa 40 % Fläche dazu.

 

Kellerersatzräume sind richtig teuer!

 

Leider geht aufgrund der hohen Provision für Hausverkäufer etwas ganz wichtiges in der Haus-Beratung unter: Ein Quadratmeter Keller kostet, wenn man nicht gerade das kleinste Haus beim billigsten Hausbauer kauft, in der Regel nur ein Drittel des Quadratmeterpreises des Hauses. Wenn Sie also das Haus vergrößern (müssen), weil Sie nicht nur Platz für Hobby und Lagerfläche brauchen (von Wasserkisten über Gartenzeug bis Autoreifen), sondern ohne Keller ja auch der Technikraum ins Erdgeschoss muss, liegt der Preis für das vergrößerte Haus plus vergrößerte Bodenplatte in der Regel über einem normalen Haus mit Keller. Da die Hausverkäufer bei einem Keller nicht so viel Provision erhalten wie aufs Haus, ist klar, wohin der Kunde beraten wird.

Auch der Tiefbau ist kein wirkliches Argument, da dieser auch bei einer Bodenplatte nötig ist. Ob Kanäle oder Hausanschlüsse, ein Bagger muss sowieso kommen. Auch der Untergrund für das Schotterbett der Bodenplatte muss richtig aufgebaut werden, genauso wie die darunter liegende Entwässerung.

 

An Wiederverkauf denken

 

Häuser mit Keller schneiden auch beim Wiederverkauf deutlich besser ab. Üblicherweise werden sie schneller verkauft und erzielen bis zu 30% höhere Preise. Diese Aussicht ist besonders attraktiv, bedenkt man, wie schnell sich Lebenssituationen ändern können.

Nutzt man den Keller für eine Einliegerwohnung, wiegen einerseits die Mieteinnahmen die Investition wieder auf, andererseits können Sie von höheren Fördersummen profitieren, da diese häufig nach Wohneinheiten vergeben werden, etwa bei der KfW-Förderung.

Obwohl auch eine Bodenplatte Frostschutz bietet, sind die Wärmeeigenschaften eines Kellers noch besser. Er dämmt das Haus von unten, leitet im Sommer die Hitze ab und speichert im Winter die Wärme im Haus. Somit sorgt ein Keller für eine angenehmeres Klima im Haus.

Aber auch eine Bodenplatte verursacht Kosten, da sie nicht nur eine Platte aus Beton ist. Sie dient dem Eigenheim als Fundament, trägt also dessen gesamtes Gewicht, isoliert gegen Kälte und Feuchtigkeit und beherbergt Leitungen. Durch die gute Isolationswirkung der Bodenplatte erleichtert sie es unter Umständen, KfW 40 oder KfW 40+ zu erreichen.

Die Entscheidung für einen Keller oder eine Bodenplatte ist mit diesen Insider-News ein leichte. Wer möchte, kann mich auch gerne erst mal anrufen, ohne gleich einen Beratungs-Baustein im Shop zu buchen.

Ergänzung und Tipp: Zwischenzeitlich habe ich diese Video ins Netz gestellt, um das Thema besser zu veranschaulichen.

Video Fertigkeller / Keller oder Bodenplatte:

 

Das war:

Kosten: Keller oder Bodenplatte?

Keine Kommentare

Verfasse einen Kommentar